14.04.21 08:00 – Trends, Mediengestaltung

Wir relaunchen unser Kundenmagazin – auf was wir besonders achten

Unser Kundenmagazin «Brunner-Link» erhält ein aufgefrischtes Design. Eine äusserst spannende Aufgabe für uns Gestalterinnen. Bald schon erscheint die erste Ausgabe im neuen Kleid, und gerne zeige ich Ihnen, auf welche Kriterien wir beim Gestalten eines Magazins achten.

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Am Anfang ist das Ziel

Warum möchten wir ein Redesign? Diese Frage bildete den Ausgangspunkt für den Austausch in der Projektgruppe, bestehend aus Personen aus Verkauf, Grafik und Kommunikation. Nach einer grossen Ideenrunde wurden Ziele festgelegt. Daraus entstanden Wünsche an die Gestaltung. Unter anderem sollte sie grosszügiger werden und das Format grösser sein. Weiter sollte die Wirkung von Print und Haptik noch mehr im Vordergrund stehen. Worauf achte ich nun beim Gestalten eines Magazins?

Papier, Format und Farbe

Technische Rahmenbedingungen schränken die Gestaltungsfreiheit ein – sagen die einen. Rechtzeitig abklären, was möglich ist, lohnt sich – finde ich. Persönlich mag ich es, wenn schon vor dem Gestaltungsprozess etwas vorgegeben ist, z.B. das Seitenformat, die Wahl des Papiers, wiederkehrende Farben. Innerhalb dieser Vorgaben ist immer noch ganz viel möglich.

Berücksichtigung des bestehenden Corporate Design

Die meisten Firmen haben ein eigenes Corporate Design, das auch der Magazingestaltung zugrunde liegen sollte. Trotzdem ist das Magazin diejenige Publikation, in welchem Grenzen ausgereizt werden dürfen und auch zusätzliche Elemente definiert werden, welche in einem Corporate Design vielleicht nicht angedacht sind. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind klar vielseitiger als in anderen Drucksachen.

Leserführung

Sie ist das Wichtigste: Der Inhalt muss unkompliziert und leicht erfasst werden können. Die Leserschaft muss geführt werden durch das Heft. Ein Inhaltsverzeichnis, Seitenzahlen und Rubriktitel bieten Orientierung, Texte müssen einen klaren hierarchischen Aufbau haben.

Dazu sollten Artikel in einer interessanten Reihenfolge angeboten werden. Man kann auch von Dramaturgie sprechen, wie im Theater. Eine Einführung wie Editorial und Inhaltsverzeichnis, ein Hauptartikel mit Bezug zur Titelseite, ein Kurzartikel, eine Reportage, ein Interview, eine Infografik oder andere Formate können folgen.

 

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Gestaltungselemente

Format, Spalten und Weissraum
Wie stark das Papierformat ausgenutzt wird, ist letztendlich eine Zweck- und auch eine Kostenfrage. Viel Raum zur Verfügung zu haben, ist von Gestaltern immer erwünscht. Es ermöglicht freieres Gestalten, grosszügige Bilder, und der so oft unterschätzte Weissraum als Gestaltungselement kann eingesetzt werden.
Bei periodischen Zeitschriften in hoher Auflage, welche viel Information bieten, ist oft eine gute Ausnutzung des Satzspiegels erwünscht. Trotzdem sollte man den Leserinnen und Lesern Abwechslung bieten. Gute Bilder, Zitate oder kurze Textkästchen sind Elemente, die dafür sorgen. Als Blickfang dient auch ein aussagekräftiger Haupttitel. Wenn dieser unbedeutend erscheint, ist auch eine gute Gestaltung weniger attraktiv.

Typografie
Fliesstextschriften sind meist schlicht gehalten, im Light- oder Regular-Schriftschnitt. Gute Lesbarkeit hat oberste Priorität. Geachtet wird beim Layouten auf die optimale Spaltenbreite, die Schriftgrösse und den Zeilenabstand sowie ein regelmässiges Schriftbild ohne «Löcher». Mit der Gestaltung von Haupttiteln, Zitaten (Quotes) und Initialen (grosse Buchstaben zum Textbeginn) erhält das Schriftbild ein eigenständiges Gesicht.

Bilder
Wir versinken in Bilderfluten. Und es braucht sehr viel Zeit, Bilder zu sichten, zu ordnen und zu priorisieren. Wenn man bei der Bildsuche bei Fotoanbietern nicht ganz präzise eingrenzt, nach was gesucht wird, geht schnell viel Zeit verloren. Es hilft, sich folgende Gedanken zu machen:

  • Was genau möchte ich zeigen?
  • Was will ich mit diesem Bild bewirken?

Bilder erzählen Geschichten und verstärken das Gesagte im Text. Sie sind das, was wir als Erstes wahrnehmen, und sie wecken, zusammen mit dem Haupttitel, die Neugier auf den Text. Sie sind unglaublich wichtig – und oft gar nicht so einfach zu finden wie gedacht.
Ein paar Tipps:

  • Gute Bilder sollten grosszügig platziert werden.
  • Entscheiden ist gefragt: Wenn Sie drei Bilder mit ähnlicher Aussage haben, reicht auch eines davon.
  • Mehrere kleine Bilder mit vielen Details oder mit abgebildeten Menschen, die man kaum erkennt, machen wenig Sinn. Trotzdem darf es zu einem besonderen Anlass, bei dem die teilnehmenden Menschen wichtig sind, auch mal eine Bilderstrecke sein.
  • Wenn Sie viele Bilder zur Auswahl erhalten: Seien Sie gnadenlos, nehmen Sie nur die allerbesten.
  • Klären Sie immer die Bildrechte ab. (Mehr dazu erfahren Sie in einem unserer früheren Blogbeiträge.)

Farben
Farbe dient oft zur Orientierung und Auflockerung, dezent eingesetzt in einzelnen Typo-Elementen oder aufgehellt für Kästchen. Wird Farbe in grossen Flächen eingesetzt, kann sie als spannender Blickfang dienen, aber auch zu aufdringlich werden. Kommt weisse Schrift auf farbige Flächen, muss die Lesbarkeit gut überprüft werden: Längere Texte werden damit anstrengender zu lesen. Auch muss der Schriftschnitt genügend stark sein, damit die Schrift nicht in der Farbe «versinkt».

 

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Diagramme/Illustrationen
Mit einem Diagramm können Daten auf leicht verständliche Art dargestellt werden. Die Möglichkeiten reichen vom einfachen Balkendiagramm bis zur komplexen Infografik.
Mit Illustrationen oder Zeichnungen werden Leserinnen und Leser auf sehr spannende Art angesprochen. Oft gesehen ist zum Beispiel die Darstellung von Porträts als Zeichnung. Da Illustrationen mit grösserem Aufwand verbunden sind, lohnt sich auch hier zuerst die Frage, was man genau zeigen möchte und ob die Illustration auch einen Mehrwert bietet.

Bald gilt es ernst

Der neu designte Brunner-Link erscheint im Frühsommer. Wir sind natürlich gespannt, wie er bei unseren Leserinnen und Lesern ankommt. Wenn Sie auch einen Blick hineinwerfen wollen, aber noch nicht glückliche Adressatin oder glücklicher Adressat sind, reservieren Sie sich die nächste Ausgabe einfach über info@bag.ch.

 

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