08.06.22 08:00 – Print

Ein kleiner Leitfaden im Papierdschungel

Woraus besteht eigentlich holzfreies Papier, wenn nicht aus Holz? Kommt nach «Hochweiss» noch «Superweiss»? Warum sind ungestrichene Papiere so beliebt? Was bedeuten die gängigen FSC-Umweltlabels? Darüber haben wir eine nützliche kleine Übersicht zusammengestellt.

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Gestrichenes Papier

Aufgrund der verwendeten Naturfasern hat Papier grundsätzlich eine offenporige Oberfläche. Bei gestrichenen Papieren wird die Papieroberfläche nachträglich in einem mehrstufigen Prozess mit Füllstoffen «gestrichen», es entsteht eine homogene, glatte Oberfläche. Je nach Verarbeitungsart entstehen so leicht gestrichene, matt gestrichene oder glänzend gestrichene Papiere.

Ungestrichenes Papier

Es wird oft auch als Offsetpapier oder Naturpapier bezeichnet. Bei ungestrichenen Papieren wird in der Produktion kein Strich angewendet, die Oberfläche ist also rauer und offenporig. Ungestrichene Papiere sind wegen der angenehmen Haptik und ihres glanzfreien Aussehens sehr beliebt.


 

Ob ein Papier gestrichen oder ungestrichen ist, hat direkten und klar sichtbaren Einfluss auf das erzielbare Druckergebnis. Auch die Datenerzeugung muss ans verwendete Papier angepasst sein. Gestrichene Papiere ermöglichen einen grösseren Farbumfang und in der Folge einen besseren Kontrast. Mehr dazu erfahren Sie in meinem Blogbeitrag über Papiertypen und die passende Erzeugung der Druckdaten.

 

 

Hochweisse Papiere

Vor allem bei Naturpapieren findet sich in der Beschreibung oft das Wort «hochweiss». Es ist ein Indikator für grosszügigen Einsatz von optischen Aufhellern bei der Herstellung. Neben dem üblichen Bleichprozess werden dem Papier optische Aufheller zugegeben, die das Papier für unsere Augen «weisser» erscheinen lässt.

«Holzfreies» Papier

Hochwertige Druckpapiere sind meist als «holzfrei» deklariert. Bedeutet dies, dass für diese Papier keine Bäume gefällt werden mussten? Sie ahnen es, die Bezeichnung ist leider etwas irreführend. Auch dieses Papier besteht aus pflanzlichen Fasern. Bei der Verarbeitung wurde lediglich der Grossteil des Holzbestandteils Lignin entfernt, so dass fast nur noch Zellulose übrigbleibt. Solches «holzfreies» Papier ist länger haltbar und vergilbt fast nicht. Holzhaltig sind z.B. Zeitungspapier oder auch Papier für die Kartonherstellung.

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Obwohl als frei von Holz deklariert, enthalten holzfreie Papiere den wertvollen Rohstoff Holz. Bei der Verarbeitung wird einfach das Lignin herausgenommen.


FSC in allen Variationen

Dieses Label findet sich nicht nur auf Druckprodukten und den verwendeten Papieren, sondern auf vielen holzhaltigen Produkten. Es handelt sich um ein vom Forest Stewardship Council herausgegebenes Gütesiegel, hinter dem ein umfangreiches Zertifizierungssystem steckt. Ziel des FSC ist die Sicherung einer nachhaltigen und sozialverträglichen Waldnutzung und das Aufzeichnen einer lückenlosen Produktekette vom Holzlieferanten bis zum Endverbraucher.

Das FSC-Label ist vonseiten der Forstwirtschaft wie auch von vielen Umweltverbänden aus unterschiedlichen Beweggründen in der Kritik, zurzeit aber ohne wirkliche Alternative. Es bezieht sich ausschliesslich auf die Bestandteile des Produkts, die aus dem Wald stammen. Im Papierbereich taucht meist das «FSC Mix»-Label auf. Vereinfacht gesagt signalisiert es, dass die herstellenden Unternehmen bestimmte Anteile des verwendeten Holzes aus FSC-zertifizierten Wäldern und aus anderen kontrollierten Quellen verwenden müssen.

Das «FSC 100%»-Label zeichnet Produkte aus, die vollständig aus FSC-zertifizierten Produkten bestehen. Es kommt in der Papierproduktion praktisch nicht vor. Das «FSC Recycled»-Label steht für Papiere, die zu 100% aus Recyclingpapier bestehen.


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