17.02.21 08:00 – Prozessoptimierung, Online Marketing

Drei Neuerungen im Online-Marketing, die Sie nicht verpassen sollten

In der digitalen Welt vergeht die Zeit blitzschnell. Ist man nicht mehr auf dem aktuellen Stand, kann sich das negativ auf die Leistung der Webseite und die Positionierung in den Suchmaschinen auswirken. Aktuell sollten sich Unternehmen mit drei Neuerungen befassen: dem neuen Google Analytics, dem Mobile-First-Index und der Page Experience.

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GA4 – die neue Version von Google Analytics

Google Analytics und auch alle anderen Tracking-Tools werden schon seit einiger Zeit hinterfragt, weil damit personenbezogene Daten gesammelt werden. Ende 2020 hat Google nun die neue Version von Analytics eingeführt: Google Analytics 4 oder kurz: GA4. Diese neue Version wird das aktuelle Google Universal Analytics ablösen. Durch neue Funktionen können Daten künftig auch ohne Cookies gesammelt werden, was in Bezug auf den Datenschutz ein klarer Vorteil ist.

Die Vorteile von Google Analytics 4

  • Anonymisierte Daten: Im bisherigen Universal Analytics musste die Anonymisierung manuell hinterlegt werden. Im neuen GA4 ist dies eine Standardfunktion.
  • Datensammlung ohne Cookies: Künftig sammelt man Daten auch ohne die bekannten Cookies.
  • Events als Standard: Bisher mussten alle Events manuell erstellt werden. Bei GA4 sind standardmässig schon sechs Events vorbereitet.
  • Bessere Visualisierung: Es können viel mehr Analysen dargestellt werden, z.B. in Form einer Trichter-Visualisierung, Pivot-Tabelle usw.
  • Vertiefte Analysen: Es stehen komplexere und umfangreichere Analysen zur Verfügung.
  • Datenstreams: Bisher unterstützte Google Analytics nur Webseiten. GA4 kann für eine Webseite, für eine App oder für eine Webseite und eine App eingesetzt werden.

Muss man jetzt schon auf Google Analytics 4 umstellen?

Nein, es ist noch zu früh, jetzt schon voll auf GA4 umzustellen, da viele Funktionen noch nicht verfügbar sind. Google ist jedoch dran, Google Analytics 4 laufend weiterzuentwickeln. Aktuell ist noch nicht bekannt, wann die definitive Umstellung kommt. Doch eines ist klar: Sie kommt bestimmt.
Google empfiehlt, jetzt schon eine GA4 Property einzurichten, um die Basisdaten zu sammeln. So kann man sich schon mal mit der neuen Benutzeroberfläche und den vielen neuen Möglichkeiten vertraut machen. Muss dann komplett umgestellt werden, hat man schon genug Daten für Vergleiche gesammelt. Die Daten jetzt schon zu sammeln, ist deshalb so wichtig, weil bei der definitiven Umstellung von Universal Analytics zu GA4 keine Daten übernommen werden können.

Mobile First – Wer keine mobile Version der Webseite hat, wird verlieren
Von Mobile First wird schon lange gesprochen, doch jetzt wird es ernst. Im März stellt Google definitiv auf Mobile-First um. Mobile-First bedeutet, dass Google die Indexierung von Webseiten künftig ausschliesslich anhand der Informationen vornimmt, die auf mobilen Endgeräten (Handy, Tablet) zur Verfügung stehen. Darum wird der Mobile-First-Index einen massiven Einfluss auf die Rankingposition bei Google haben. Es ist jetzt also letzte Gelegenheit, auf eine responsive, also mobilfreundliche Webseite umzusatteln.


Page Experience – die Nutzererfahrung muss verbessert werden
Im Mai wird das neue grosse Update von Google weltweit ausgerollt. Google predigt schon seit einiger Zeit, der Inhalt einer Webseite sei das Wichtigste. Dieser muss den Nutzern einen Mehrwert bieten. Neu soll der Besuch auf einer Webseite jedoch zum Erlebnis werden. Neben dem Content steht vor allem die Leistung der Webseite im Vordergrund.

Diese Faktoren werden beim Page-Experience-Update die Hauptrolle spielen

  • Mobilfreundlichkeit
  • Schnelle Ladezeiten
  • Verwendung von HTTPS
  • Verzicht auf störende Werbung

Die Core Web Vitals

Um konkret zu messen, wie die Page Experience einer Seite ist, hat Google die Core Web Vitals eingeführt. Diese setzen sich aus folgenden drei Kennzahlen zusammen:

  • Largest Contentful Paint (LCP): Hier wird die Ladegeschwindigkeit der Webseite gemessen. Konkret wird ermittelt, wie lange es geht, bis der grösste Datenblock einer Seite heruntergeladen ist, der im Blickfeld des Users ist (z.B. ein Headerbild, ein Video o.Ä.).
  • First Input Delay (FID): Damit wird die Zeit gemessen, die eine Seite braucht, bis sie auf die Eingabe eines Nutzers reagiert, zum Beispiel den Klick auf einen Link oder eine Schaltfläche.
  • Cumulative Layout Shift (CLS): Damit wird die visuelle Stabilität einer Seite gemessen. Negativ auf diese Kennzahl wirkt sich aus, wenn das Layout auf einer Website für den User unerwartet verändert wird.

 

Core-Web-Vitals

 

Zusätzlich können weitere solche Kennzahlen einbezogen werden. Deshalb sollten die Core Web Vitals künftig regelmässig überprüft und gegebenenfalls angepasst werden. Dies kann z.B. mit Google Page Speed Insights oder über Chrome UX Report erfolgen. Diese Analysetools werden weiter ausgebaut, meldet Google, um detailliertere Erkenntnisse anzuzeigen und Tipps für Optimierungen zu geben.

Der Page Experience Badge

Im Zuge dieses Updates soll es einen Badge, also ein Abzeichen geben, das bei Webseiten mit einer besonders guten Page Experience in den organischen Suchergebnissen angezeigt wird. So sehen die Nutzer schon in den Suchergebnissen, welche Seiten ihnen ein angenehmes und speditives Navigieren ermöglichen.

Content bleibt King

Obwohl mit diesem Page-Experience-Update die Leistung einer Webseite markant an Relevanz gewinnt, bleibt guter Inhalt das Wichtigste. Sowmya Subramanian, Director of Engineering for Search Ecosystem, erklärte bei der Bekanntgabe: «Obwohl alle Komponenten der Seitenerfahrung wichtig sind, werden wir insgesamt weiterhin die Seiten mit den besten Inhalten priorisieren, selbst wenn einige Aspekte der Seitenerfahrung unterdurchschnittlich sind. Auf der anderen Seite setzt eine gute Page Experience nicht voraus, dass die Inhalte wertig und relevant sind. In Fällen, in denen es mehrere Seiten mit ähnlichem (guten) Content gibt, wird der Faktor Page Experience wichtiger für die Sichtbarkeit in der Suche.»

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