14.10.20 09:00 – Print, Trends, Mediengestaltung

Die Leistungen der Druckvorstufe – was macht professionelle Mediengestaltung aus?

Kontrollfreak, pingelig, detailverliebt – diese Eigenschaften sind in der Mediengestaltung durchaus sympathisch. Sie zählen zu den wesentlichen Vorzügen der Profis, die auf diesem Gebiet arbeiten. Damit einher gehen nämlich auch Sorgfalt, Genauigkeit, Freude an Technik und Sinn fürs Schöne.

 

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  • Ist dieser Text optimal lesbar?
  • Spricht diese Gestaltung das Zielpublikum an?
  • Wie kann ich dieses Datum auf 200 Seiten einheitlich darstellen?
  • Wie lässt sich dieser Katalog automatisiert erstellen?
  • Welche Farbwerte hat ein optimaler Hautton?

Auf diese und andere Fragen haben Mediengestalterinnen und Mediengestalter eine Antwort. Sie haben ein geschultes Auge und sehen oft auf einen Blick, was es braucht, um einen Text lesefreundlicher darzustellen, Bilder optimal zu bearbeiten oder auch Fehler zu erkennen. Im Folgenden möchte ich die Spezialgebiete in der Mediengestaltung (auch Druckvorstufe genannt) etwas genauer erläutern.

 

Umbruch – die Kerndisziplin

Umbruch ist ein Begriff aus der Zeit des Handsatzes, entstanden aus dem eigenständigen Beruf des «Metteur en pages» im 19. Jahrhundert. Dieser hatte die Aufgabe, die jeweils mehreren Handsetzer zu koordinieren. (Quelle: www.typolexikon.de/umbruch)

Der Begriff «Umbruch» – heute oft auch als «Layouten» bezeichnet – ist immer noch fest verankert und benennt die Kerndisziplin der Mediengestaltung. Beim Erstellen einer Zeitschrift, eines Buches oder eine Broschüre sind alle Eigenschaften gefragt, welche in der Berufslehre als Polygraf/in erlernt werden. Es geht darum, Leserinnen und Leser optimal durch einen Text zu führen. Mit dem Augenmerk auf logische Trennungen, korrekte Hierarchien und optimale Abstände wird ein harmonisches Satzbild erzielt.

 

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Mediengestalter/innen kennen auch die Eigenheiten der verschiedenen Schriftarten und wissen, welche am besten lesbar sind. Drei kleine Tipps mit grosser Wirkung:
  • Weissraum ist mehr als ungenutzter Platz. Er sorgt für Spannung in der Gestaltung und ist auch Erholung fürs Auge.
  • Bilder grosszügig platzieren. So behalten sie ihre Wirkung – weniger ist mehr.
  • Die ideale Breite für Lesetext beträgt 50–70 Zeichen.

 

Bildbearbeitung – hier zählt Erfahrung

Bildbearbeitung ist ein enorm grosses Fachgebiet. Sie reicht von Retuschen über Farbkorrekturen bis hin zu aufwendigen Bildkombinationen und Freistellern. Gerade in der Bildbearbeitung ist der Erfahrungswert nicht zu unterschätzen. Wer schon Hunderte von Bildern – von Landschaft über Porträt bis zu Technik – bearbeitet hat, weiss, worauf es ankommt. Und wir als Druckerei kennen den grossen Einfluss des bedruckten Papiers auf die Farben. Mit dem Proofsystem simulieren wir die gewählte Papierart so, dass der Kunde ein Proof erhält, das dem anschliessenden Druckergebnis entspricht.

 

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Gestaltung – kreative Ideen entwickeln und umsetzen

Anspruchsvollere Gestaltungsarbeiten fassen wir bei uns unter Kreativ-Dienstleistungen zusammen. Dazu gehören Unterlagen zu Marketingkampagnen, Imagebroschüren, Jahresberichte, Bücher, aber auch ganze Unternehmensauftritte inklusive Logo und Corporate Design. Der Prozess gestaltet sich hier aufwendiger: Briefing mit dem Kunden, Analyse, Konzept, Reinzeichnung.

Grafikprofis stellen Farb- und Bildkonzepte zusammen, zeichnen Icons, entwerfen Infografiken und kümmern sich um eine harmonische Typografie. Sie erstellen Druck-, aber auch Office-Vorlagen, die später weiterverarbeitet werden können. Sie begleiten Projekte auch in der weiteren Verarbeitung und organisieren Druck, Webentwicklungen oder weitere Ausführungen.

 

Korrigieren und Redigieren – Sprachqualität überprüfen

Gepflegte, fehlerfreie Texte zeugen von Qualität, sie sind ein Dienst an den Leserinnen und Lesern. Im Korrektorat werden Texte auf Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Typografie überprüft. Eine Stufe intensiver ist das Lektorat. Hier werden auch Stil, Satzbau und Textstruktur berücksichtigt. Längst nicht mehr alle Druckereien führen ein eigenständiges Korrektorat. Für uns zeugt es von unserem Anspruch an Qualität und wir profitieren von Synergien, denn die Mitarbeitenden dieser Abteilung decken auch Schnittstellen zum Texten und Gestalten ab.

 

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Texten – Content in Form bringen

Ein wichtiger weiterführender Bestandteil der Mediengestaltung ist das Texten. Weil Content herstellen und darstellen oft eng verknüpft ist, gliedern wir unsere Textabteilung organisatorisch der Druckvorstufe an. Wir stellen immer wieder fest, dass bei Kunden für das Erstellen von Texten entweder Ressourcen oder das Know-how fehlt. So nehmen wir entweder vorhandene Entwürfe als Basis und bringen sie in Form oder wir schreiben Texte von Grund auf neu.

 

Personalisieren und Automatisieren

Nicht erst seit Corona überlegen sich Unternehmen genau, welcher Kanal für die Kommunikation mit den Kunden der optimale ist. Im Bereich der hochwertigen personalisierten Publikationen kann der Print seine Vorzüge ausspielen. Personalisieren gehört darum zu einer modernen Druckvorstufe dazu.

Auch die Mediengestaltung ist einem anhaltenden technischen und digitalen Fortschritt unterworfen. Abläufe und Programme werden darum immer wieder überprüft, optimiert und aktualisiert, damit die Produkte effizient und fehlerfrei für den Druck freigegeben werden können.

 

Hand in Hand arbeiten

Die Mitarbeitenden aus der Mediengestaltung tauschen sich regelmässig über Neuerungen aus. Weil Gestaltung und Druck bei Brunner Medien Hand in Hand gehen, kennen wir die technischen Kniffs – auch bei besonders komplexen Drucksacken. Wir arbeiten eng mit dem Verkauf, der Webabteilung, dem Korrektorat und dem Verlag zusammen – und natürlich mit unseren geschätzten Kunden.

 

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